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Der Bogenpfad - meditatives Bogenschießen

Der Stand

Wir richten unseren Körper zur Scheibe aus. Wir stellen beide Füße in etwa schulterbreit quer zur Scheibe. Eine gedachte Linie, die beide Fußspitzen verbindet, sollte direkt zur Scheibenmitte führen.

 

Der Bogengriff

Wir greifen den Bogen, als würden wir einen Koffer greifen, so dicht wie möglich Richtung Pfeil.

Der Unterarm wird ausgedreht. Die Drehung erfolgt nur im Arm, die Schulter wird dabei nicht gedreht oder nach vorne geschoben.

 

Der Sehnengriff

Bis auf den kleinen Finger werden die anderen drei auf der Sehne platziert. Der Zeigefinger wird über den Pfeil platziert und klemmt den Pfeil leicht ein. Die Finger sind zum Haken geformt, der Handrücken ist jedoch gerade. Die Sehne liegt im ersten Fingerglied. Der Zug ist gleichmäßig auf alle Finger verteilt. Wenn überhaupt ein Finger eine größere Last trägt, dann der Mittelfinger.  Die Sehne wird nicht verdreht und die Hand nicht verkantet.

 

Die Bogenhaltung

Der Bogen wird senkrecht vor dem Körper gehalten, die Hand ist locker um den Griff und die Finger sauber um die Sehne gelegt. Die Arme zeigen soweit nach unten wie die Hände es zulassen, ohne ihre Position zu verändern.

 

Der Atem

Während des ganzen beschriebenen Vorgangs fließt der Atem leicht und locker. Es hat sich als hilfreich erwiesen, sich beim Atmen auf den Unterbauch zu konzentrieren ca. 4 fingerbreit unterhalb des Bauchnabels.

 

Das Ziel fixieren

Nun schwenken die Augen ins Ziel und fixieren es. Während des weiteren Ablaufs verbleiben die Augen fest im Ziel.

 

Der Auszug

Mit dem Einatmen braucht der Bogenarm nur noch zum Ziel hoch zu schwenken und mit dem Ausatmen wird die Sehne nach hinten, vor das dominante Auge gezogen. Als hilfreich hat es sich erwiesen, wenn der Zeigefinger beim Auszug den Mundwinkel berührt. Der Zug soll aus dem Rücken erfolgen, daher nicht mit dem Arm ziehen. Der Bogenarm baut einen Gegendruck auf, er wird leicht nach außen gedrückt.

 

Der Ablass

Wenn der Zeigefinger den Mundwinkel berührt, wird die Zughand ganz einfach entspannt, die Sehne schiebt die Finger beiseite und der Pfeil wird beschleunigt.

 

Das Nachhalten

Die Abschussposition wird solange beibehalten, bis der Pfeil ins Ziel einschlägt. Durch die Entlastung der Zughand wird die Rückwärtsbewegung der Hand weiter geführt, weil die Rückenmuskulatur im Augenblick des Ablasses weiterhin unter Zug stand. Es wird normal weiter ausgeatmet.  Die nun folgende  Entspannung darf vom Schützen/in ruhig genossen werden. Erst jetzt setzt  man den Bogen ab. Atmet ein- bis zweimal ruhig ein und aus und bereitet dann den nächsten Schuss vor.